Tudummm… schon wieder teurer!
Netflix dreht erneut an der Preisschraube – mindestens zwei Franken mehr fürs werbefreie Abo. Die offizielle Begründung lautet «Mehrwert», doch ein Teil dürfte auch an die Schweizer Quote gehen: 4% der Einnahmen müssen hierzulande reinvestiert werden – 2024 waren das stolze CHF 31,1 Mio.
Streamingpreise Schweiz
Preise für günstigstes Standard-Abo ohne Werbung, in CHF
Quelle: Digitec
Glänzende Zahlen trotz – oder dank? – Preiserhöhung
Gleichzeitig vermeldet Netflix glänzende Quartalszahlen: Der Umsatz stieg um 16% auf US$ 11,1 Mia., der Gewinn gar um 45% auf US$ 3,1 Mia. Die Erklärung ist denkbar einfach: höhere Preise und wachsende Werbeeinnahmen – eine Kombination, die sich offensichtlich auszahlt.
Klagen oder kündigen?
In Deutschland zieht der Verbraucherschutz vor Gericht, in der Schweiz begnügt man sich – pragmatischerweise – mit Kommentarspalten. Dabei ist die Sache eigentlich klar: Netflix ist weder Grundversorgung noch Menschenrecht. Wer will, findet Alternativen – teils sogar gratis. Ein Nein zu Netflix bleibt jederzeit möglich.
Markenkraft auf Blockbuster-Niveau
Gestern hörte ich eine junge Frau sagen: «Wenn ich nur das ‹Tudummm› höre, fühle ich mich schon im Chill-Modus.» Das sagt eigentlich alles. Wer Preiserhöhungen durchsetzen und dabei wachsen kann, hat Markenkraft auf Blockbuster-Niveau – und das ist keine Selbstverständlichkeit.

